Barf – ja oder nein?

raw-food-1276790_960_720Die ursprünglich englische Abkürzung B. A. R. F. steht im Deutschen für biologisches, artgerechtes, rohes Futter. Umgangssprachlich ist damit gemeint, dass das gesamte Futter, auch das Fleisch, roh serviert wird, aber nicht unbedingt aus biologischer Haltung bzw. organischem Anbau stammen muss. Viele Hundehalter haben dabei Zweifel im Hinblick auf Hygiene und Verträglichkeit. Überlegt man sich jedoch, wie die von der Natur vorgesehene Kost aussieht, erklärt sich schnell, warum solche Bedenken unnötig sind:

Alle Hunde, die heute von Menschen gehalten werden, haben noch immer fast das gleiche Verdauungssystem wie Wölfe. Haushunde haben im Laufe ihrer Domestizierung lediglich die zusätzliche Fähigkeit erworben, Kohlehydrate in größerem Umfang zu verdauen. Ein Wolf in freier Wildbahn erlegt gelegentlich große Beutetiere, häufiger aber Vögel, kleine Nage- oder Raubtiere und ergänzt seinen Speiseplan durch verschiedene Früchte (Beeren oder Fallobst) und Gräser. Bleibt der Jagderfolg einmal aus, kann ein Wolf auch Aas fressen, also bereits tote Wildtiere. Dass gerade diese Nahrung niemals keimfrei sein kann, ist unübersehbar. Dennoch kommt kein Wolf je durch die Aufnahme von rohem oder bereits verwesendem Fleisch zu Schaden, denn sein Verdauungssystem ist genau dafür ausgelegt. Zuerst sorgt die Magensäure dafür, dass eventuell vorhandene Krankheitserreger abgetötet werden und anschließend verhindert eine extrem kurze Darmpassage weitere Infektionsmöglichkeiten.

Barf – frische und natürliche Hundenahrung

Für die Ernährung des Hundes nach dem Barf-Prinzip spricht demnach einiges: Es ist in erster Linie die Ernährungsform, die der natürlichen am weitesten entspricht. Die Zutaten bleiben frisch und unbehandelt, außerdem ist die biologische Verfügbarkeit der Nährstoffe hier auch am höchsten, denn Proteine aus Fleisch und Anderem liegen in der optimalen – d. h. für den Organismus des Hundes am leichtesten verdaulichen – Form vor. Dies führt üblicherweise dazu, dass es keine Verdauungsprobleme wie Durchfall, Verstopfung oder Magenprobleme gibt. Allerdings ist eine gewisse Sachkunde auf Seiten des Halters nötig, um das Futter richtig zusammenstellen zu können und Nährstoffmangel zu vermeiden.

Barf – übung macht den Meister!

Daher ist das Barfen anfangs aufwändiger als die Verwendung von Fertigfutter. Hat man jedoch einmal das nötige Know-how und eine gewisse Routine bei der Beschaffung und Zusammenstellung der Futterrationen erworben, fällt die Mühe kaum mehr ins Gewicht. Je nach Verfügbarkeit des Futterfleisches und der weiteren Komponenten sind auch die Futterkosten oft nur geringfügig höher als bei Fertigfutter.

Barf ist lediglich dann nicht zu empfehlen, wenn der Hundehalter keine Möglichkeit hat, sich ausführlich mit dieser Ernährungsform zu beschäftigen oder Futterfleisch zu kaufen bzw. zu lagern. Dann gilt: Lieber gut fertig gefüttert als schlecht gebarft.