Der Hund hat Durchfall – Symptome, Ursachen und Therapie

Filed in Durchfall beim Hund, Gesundheit by on 21. Januar 2019 • views: 1727

Lesezeit: 28 Minute(n)

Durchfall beim Hund – was tun?

Durchfall beim Hund ist ein sehr häufig vorkommendes Darmproblem. Ist der erste Schrecken vorüber fragen sich viele Hundehalter oft, was hinter dem Durchfall beim Hund stecken könnte und wie man ihn schnell wieder loswerden kann.  Setzt sich der Durchfall aber fest und wird zum Dauerthema, ist das eine sehr ernste Angelegenheit und sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden. Dazu gilt es zuerst einmal der Ursache des Durchfalls auf den Grund zu gehen und zu klären, ob es sich um chronischen oder akuten Durchfall beim Hund handelt.

Handelt es sich um

  • Langanhaltenden und wiederkehrenden Durchfall
  • Durchfall nach einem Spaziergang
  • Durchfall nach einer aufregenden und stressigen Situation
  • Durchfall nach einer Futterumstellung
  • Durchfall durch eine Futtermittelallergie
  • Durchfall nach einer Impfung oder Antibiotikavergabe
  • Blutigen, schleimigen oder wässrigen Durchfall
  • Durchfall nach Aufnahme eines Gegenstandes
  • Durchfall nach Anstrengung

Als Durchfall bezeichnet man den Absatz von Kot mit einem erhöhten Wassergehalt bzw. einer erhöhten Frequenz. In der Tierarztpraxis oder Klinik präsentieren sich Notfallpatienten in der Regel mit einem akuten Durchfall der zwischen 2 bis 7 Tagen einhergeht. Je länger der Zeitraum des Durchfalls ist, machen sich die Tierhalten berechtigte Sorgen um das Wohlbefinden. In der Regel haben diese schon selber versucht den Durchfall zu stoppen. Meist aber erfolglos.

Oftmals kann man bei seinem Hund eine Niedergeschlagenheit sehen. Er ist antriebs- und lustlos und liegt lieber rum und bewegt sich nur kaum. Ihm ist unter Umständen Schwindelig. Der akute Durchfall, kann abhängig vom Wasserverlust zu Kreislaufproblemen führen. Dieser sollte beim Tierarzt sofort mittels einer Infusion (Kochsalzlösung) behoben werden. Ist der Durchfall blutig, kann dies zu Anämie also Blutverlust oder einer massiven Hypoalbuminämie, die durch die verminderte Bildung von Albumin aufgrund von chronischen Leberschäden erfolgt, oder durch eine Mangel- oder Fehlernährung alternativ durch Albuminverlust, der bei akuten Entzündungen und Verbrennungen oder über die Nieren bei Nierenschäden erfolgen kann.

Der vermeintlich zu leicht genommene Durchfall kann schon Ausmasse annehmen, die auf jeden Fall ernst genommen und durch einen Tierarzt untersucht werden sollten.

Symptome für Durchfall beim Hund

Das Hauptsymptom bei Durchfall beim Hund ist der flüssige Stuhl.

Dabei kann der Kot entweder stark wässrig oder auch nur leicht verflüssigt sein. Durchsetzungen mit Blut sowie grünlicher und schleimiger Durchfall sollten den Halter aufhorchen lassen – dann ist ein baldiger Besuch beim Tierarzt anzuraten. 

Eine besondere Form des Durchfalls beim Hund ist der Brechdurchfall. Zusätzlich zum flüssigen häufigen Stuhlgang muss sich der Hund erbrechen – hier sollte auch ein Tierarztbesuch angestrebt werden um eine Vergiftung auszuschließen. 

Bei Unsicherheiten über den Auslöser des Durchfalls beim Hund kann ein Arztbesuch Aufschluss geben – dafür ist es wichtig eine Stuhlprobe mitzubringen, die im Labor auf bestimmte Erreger untersucht wird.  Anhand der Diagnose wird vom Tierarzt ein geeigneter Therapieplan erstellt, durch den der Vierbeiner schnell wieder auf die Beine kommen wird. 

Der Hund hat Durchfall – woran erkenne ich Bauchschmerzen?

Hat ein Hund Durchfall, zeigt er klare Anzeichen wenn er unter Bauchschmerzen leidet. Der Vierbeiner bewegt sich dann meist deutlich langsamer und wirkt vermutlich etwas versteift. Zudem krümmt er seinen Rücken oder nimmt andere ungewöhnliche Positionen wie beispielsweise die Rückenlage ein, um seinen Bauch zu entlasten.

Hat ein Hund Durchfall leidet er unter Umständen schnell an Dehydrierung. Das lässt sich daran erkennen, dass die Schleimhäute im Maul des Hundes klebrig und trocken sind. Die Augen des Vierbeiners wirken eingefallen und aufgezogene Hautfalten verstreichen nur langsam. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich die Flüssigkeit aus dem Bindegewebe zurückzieht und die Haut nicht mehr so elastisch ist.

Ursachen für Durchfall beim Hund

Die Ursachen für Durchfall beim Hund umfassen ein Repertoire von harmlos bis lebensbedrohlich. Dabei lassen sie sich in 3 große Kategorien einordnen.

1. der Hund hat Durchfall weil er etwas gefressen hat, was ihm nicht bekommt

Das kann beispielsweise Unrat sein, den sich der Hund aus dem Müll geklaut hat, weggeworfene Reste, Knochen oder andere Fremdkörper, die den Darm in seiner Funktion irritieren. Aber auch Gift, ungeeignete Medikamente und Chemikalien können zu Durchfall und häufig auch zu Brechdurchfall führen.

Ein Hund hat Durchfall bei einer plötzlichen Umstellung des Futters. Aber auch Futter, welches mit Bakterien besiedelt ist oder abgestandenes oder zu kaltes Wasser oder Schnee können schnell zu Durchfall beim Hund führen.

2. Der Hund hat Durchfall durch eine Erkrankung des Verdauungstraktes

Unterschiedliche Erkrankungen des Verdauungstraktes können schnell zu Durchfall beim Hund führen. An erster Stelle steht die Besiedelung durch unterschiedliche Bakterien- oder Virenstämme sowie Parasiten. Würmer oder Einzeller, wie beispielsweise Giardien führen auch meist unbemerkt zu Durchfall beim Hund.

Eine weitere Erkrankung ist die Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), die nur vom Tierarzt festgestellt werden kann. Eine der ersten Symptome für  Bauchspeicheldrüsenentzündung ist Durchfall beim Hund und das vermehrte Trinken und Urin absetzen. Hier handelt es sich um eine akute oder chronisch entzündliche Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, in deren Verlauf es bis zu Selbstverdauungserscheinungen des Organs kommen kann. Deren Folgen sind nicht behebbare Beschädigungen des Gewebes.

Schnelle und zu häufige Futterumstellungen in Richtung einer zu fetthaltigen Mahlzeit, Stresssituationen, Traumata, Medikamentengabe, Chemotherapeutika, starke Wurmbildung können eine Pankreatitis verursachen. Blutverlust, Veränderungen der Schleimhäute, Magendarmkrämpfe behindern die Verarbeitung von Flüssigkeit und Nährstoffen. Es kommt zu Durchfall.  Hier gilt es schnellstens das Blut und den Kot untersuchen zu lassen. Beides gibt Hinweise auf eine mögliche Ursache. Allergien oder Autoimmunerkrankungen des Magen-Darmtraktes sind die mit am meisten bei Tierärzten vorgestellten Erkrankungen und können sich in Durchfall äußern.

3. Der Hund hat Durchfall durch Probleme außerhalb des Magen-Darm-Traktes

In besonderen Situation in denen der Vierbeiner unter Schmerzen, Angst oder Stress leidet, kann es zu plötzlichem Durchfall beim Hund kommen. Flüssiger Stuhl kann aber auch eine Begleiterscheinung von anderen kleineren Infektionskrankheiten sein oder sich als Frühsymptom anderweitiger Organkrankheiten, wie beispielsweise einer Nierenschwäche, zeigen. Auch hormonelle Erkrankungen können zu Durchfall beim Hund führen.

Der Durchfall durch Stress ist eine Reaktion auf Situationen in denen der Hund Dinge als Beispiel nicht mehr kontrollieren kann. Es wird unter Umständen mit anderen Hund zusammengebracht, die eine Belastung für seine Psyche darstellen und eine durch ständige Nervosität hervorgerufenen Reizdarm bekommen. Temperamentvolle Arbeits-, Jagd- und Schlittenhunden sind von derlei Reaktionen oftmals betroffen. Anfangs ist der Stuhl noch normal und wird mit der Zeit immer dünner, je länger sich die Arbeit, der Aufenthalt unter fremden Hunden oder die Jagd sich hinziehen. Dieser normalisiert sich erst wieder, nachdem die Hunde in Ruhe gelassen wurden.

Der Hund hat Durchfall – die Folgen

Vor allem Welpen und ältere Hunde haben unter den Folgen von Durchfall stark zu kämpfen.

Ist der Durchfall beim Hund sehr stark oder hält länger an, droht die Dehydration. Durch den starken Flüssigkeitsverlust kann der Körper des Hundes innerlich austrocknen – eine ernstzunehmende Erkrankung die im schlimmsten Fall zu Organversagen führen kann. Daher ist es wichtig auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Neben Wasser eignet sich auch ein Gemisch aus Wasser und Kamillen-, Pfefferminz- oder Fencheltee.

Neben dem Flüssigkeitsverlust kann es auch zu einem Mangel an lebensnotwendigen Mineralien und Nährstoffen kommen, da der Organismus des Hundes bei Durchfall nicht mehr in der Lage ist, Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen. Ein Gang zum Tierarzt schafft schnell Klarheit und mittels Infusionstherapie kann dem Hund schnell geholfen werden. 

Notfallmaßnahmen und der Gang zum Tierarzt

Der Hund hat Durchfall und wirkt zusätzlich stark ermüdet?  Ist er apathisch und verweigert die Aufnahme von Flüssigkeit?  Dann sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. 

Auch wenn der Durchfall mit Begleitsymptomen wie Fieber oder Erbrechen einhergeht muss schnell gehandelt werden. 

Checkliste vor dem Besuch beim Tierarzt

Der Hund hat Durchfall und ein Besuch beim Tierarzt steht an – gut vorbereitet lässt sich die Diagnostik stark vereinfachen.

  1. Nimm eine frische Stuhlprobe mit – der Arzt wird sie auf Wurmeier oder Krankheitserreger untersuchen wollen.
  2. Nimm eine Liste mit, auf der Hundefutter und Leckerli deines Hundes vermerkt sind.
  3. Überlege, ob dein Hund früher bereits unter ähnlichen Symptomen gelitten hat
  4. War dein Hund unbeobachtet, so dass er Unrat gefressen haben könnte?
  5. Wann wurde dein Hund das letzte Mal entwurmt?

Doch auch Zuhause möchte man seinem Hund am liebsten sofort helfen, auch wenn das in den meisten Fällen nicht nötig sein wird, hier ein Tipp für die Notsituation:

Eine äußerst wirkungsvolle Notfallmaßnahme besteht in der Gabe von Kohletabletten. Für den Akutfall sollte die Dosierung aber vorsorglich mit einem Tierarzt abgesprochen werden.

Aktivkohle bindet und absorbiert Giftstoffe aus dem Organismus, wenn der Hund Durchfall hat. Auch bei Vergiftungen sind sie das erste Mittel der Wahl um den Vergiftungsprozess zu verlangsamen und den Körper des Hundes zu schützen bis ein Tierarzt zur Stelle ist.

# Beliebte Hausmittel

Reis-Schleim

Eine besonders einfache und bekömmliche Kost ist der Reis-Schleim. Da normal gekochter Reis dem Organismus des Hundes bei Durchfall zusätzliches Wasser entziehen würde, ist es wichtig den Reis besonders lange und mit sehr viel Wasser zu kochen. Zwar kann es auch mal ein Stündchen dauern bis der Reis beginnt zu schleimen (dann ist er perfekt), doch hat man am Ende eine Mahlzeit die jeder Hund gern mag.

Kartoffelstampf

Hierfür werden ungeschälte (die Schale der Kartoffel ist reich an Mineralien) Kartoffeln mit reichlich Wasser gar gekocht. Anschließend wird das Kochwasser abgegossen und die Kartoffeln samt Schale zu einem Brei verstampft. Zusätzlich kann etwas Fleischbrühe oder Wasser hinzugefügt werden bis eine sämige Konsistenz erreicht wird. Durch die enthaltenen Mineralien wird der Darm gestärkt und kann seiner normalen Funktion bald wieder nachkommen. 

Geheimtipp morosche Möhrensuppe

Leider ist die morosche Möhrensuppe fast in Vergessenheit geraten – dabei hilft sie stets dann, wenn alle anderen Mittel versagen. Ihr Geheimnis liegt in den Oligosacchariden – Zuckermoleküle die verhindern, dass sich Bakterien an die Darmschleimhaut heften. 

Die Möhrensuppe ist gänzlich simpel in der Herstellung. Dazu wird ein Bund Möhren kurz mit Wasser aufgekocht und etwa zwei weitere Stunden auf niedriger Temperatur weitergekocht. Am Ende püriert, ist die morosche Karottensuppe ein Geheimtipp bei Durchfall beim Hund,  die ihn schnell wieder auf die Beine bringen wird.

Der Klassiker – Hühnchen

Das klassische Rezept der Schonkost und ein Alleskönner ist Reis mit Hühnchen und Hüttenkäse. Es gibt dem Hund genügend Energie und der Hüttenkäse stärkt zudem die Darmgesundheit. Wegen der hohen Verdaulichkeit kann diese Form der Schonkost bis zu drei Tagen gefüttert werden.

Die natürliche Darmflora beim Hund wieder aufbauen

Nach jedem überwundenen Durchfall beim Hund ist der Darm stark geschwächt. Der Grund dafür ist das schnelle Abführen des Stuhls und der damit verbundenen Reizung der Darmschleimhaut. Musste zusätzlich ein Antibiotikum verabreicht werden,  sind auch sämtliche Bakterienstämme (positive wie negative) aus der gesunden Darmflora verschwunden. Hier gilt es, besonders schnell Abhilfe zu schaffen, um den Darm in seiner natürlichen Verdauungsfunktion zu unterstützen und ihn mittels probiotischer Kulturen zu stärken. 

Hierfür eignet sich probiotischer Joghurt mit lebenden Kulturen, der einfach unters Futter gemischt wird.

Bei der Wahl der Sorte sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass es sich um ein Produkt ganz ohne Zucker handelt.

Hat sich der Hund vom Durchfall erholt, darf er gern etwas grünen Pansen bekommen. Grüner Pansen ist die frische Form des Pansens – er enthält besonders viele Bakterien aus dem Kuhmagen, die dem Hund nützlich sind. Dazu hilft die Gabe von Powerdarm und Bierhefe mit Chlorella.

Die Wiederanfütterung beginnt, indem mehrmals täglich kleine Portionen von gekochtem Reis, gemischt mit gehacktem angebratenem magerem Muskelfleisch bzw. Hühnchenbrust, Hüttenkäse oder Magerquark, gereicht werden. Ferner können ein mit der Schale geriebener Apfel und/oder gekochte pürierte Karotten unter das Futter gemischt werden. Die Futtermengen und Fütterungsintervalle werden mit jeder Fütterung leicht gesteigert und zunehmende Mengen des früheren Futters beigemischt. Dabei bitte darauf achten, dass das Futter nicht verdorben, überlagert oder zu kohlenhydratlastig ist. Am besten ist hier die Gabe von hochwertigem Nassfutter. Es bietet die höchste Form der Verdaulichkeit. Trockenfutter die mit Fleischmehlen als Eiweisslieferanten durchzogen sind, sind von der Wertigkeit und Verdaulichkeit eher unbrauchbar.  Milch, rohes Eiklar und Innereien wie rohe Milz, Leber, Nieren und Lunge, wie diese auch beim Barfen eingesetzt werden, bleiben während einiger Wochen verboten.

 

 

 

 


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